Die Universitäts-, Barock- und Bischofsstadt Eichstätt, gut 60 Kilometer südlich von Nürnberg an den Ufern der Altmnühl gelegen, markiert den südlichsten Punkt der Burgenstraße. Eingerahmt von den Jurahochebenen der Südlichen Frankenalb, bildet sie zugleich den Mittelpunkt des Naturparks Altmühltal. Die früheste Besiedlung des heutigen Stadtgebiets erfolgte bereits in der Hallstattzeit (8. bis 6. Jahrhundert vor Christus) ungefähr an der Stelle des Domes, später ließen sich in „Eistedd“.... [Mehr über Eichstätt]



Auf der Grundlage des 1613 erschienen Kupferstichwerkes "Hortus Eystettensis", herausgegeben von Basilius Besler (1561-1629), wurde der "Bastionsgarten" auf der Willibaldsburg von der Bayerischen Schlösserverwaltung angelegt und 1998 eröffnet.
Dieser Informationsgarten über die Pflanzenwelt des historisch bedeutenden Kupferstichwerkes "Hortus Eystettensis" ist in Deutschland wohl einmalig. Die Bepflanzung folgt wie im Pflanzenbuch der jahreszeitlich bedingten Blütezeit. Die Anlage erinnert auch an den einst berühmten botanischen Garten des Fürstbischofs Johann Conrad von Gemmingen (1561-1612), den Besler ab 1592 angelegt hatte.
Bastionsgarten mit Pflanzen aus dem Hortus Eystettensis
Schloss- und Gartenverwaltung Ansbach
Burgstraße 19
85072 Eichstätt
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Die ehemalige Fürstbischöfliche Residenz ist das Werk der Eichstätter Hofbaudirektoren Jakob Engel, Gabriel de Gabrieli und Maurizio Pedetti. Fürstbischof Johann Martin von Eyb (1697-1703) ließ durch Jakob Engel an der Stelle des sogenannten "Alten Hofes" ein neues Residenzgebäude errichten, dessen Westflügel bereits 1702 fertiggestellt war. Unter den Bischöfen Johann Anton I. Knebel von Katzenellenbogen (reg. 1705-1725) und Franz Ludwig Schenk von CasteIl (reg. 1725-1736) vollendete bis etwa 1725 Gabriel de Gabrieli den Gesamtbau.
1767/68 ließ Fürstbischof Raymund Anton Graf von Strasoldo (1757-1781) den Spiegelsaal und das Treppenhaus im Westflügel durch Pedetti einbauen; die Deckengemälde stammen von Johann Michael Franz und die Stukkaturen von Johann Jakob Berg. Der letzte Fürstbischof Joseph von Stubenberg (1790-1802) veranlasste eine Neugestaltung des Inneren im klassizistischen Stil. Unter den Herzögen von Leuchtenberg, die ab 1817 das Fürstentum Eichstätt regierten, wurden Innenräume im Empire-Stil ausgestattet. Nach dem Rückfall des Leuchtenbergischen Besitzes an Bayern (1855) beherbergte das Gebäude zunächst ein Bezirks- und Appellationsgericht, später ein Landgericht (bis 1944) und ein Amtsgericht (bis 1973). Seit 1977 dient die ehemalige Residenz als Hauptgebäude des Landratsamtes Eichstätt.
Ehemalige Fürstbischöfliche Residenz
Landratsamt Eichstätt
Residenzplatz 1
85072 Eichstätt
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www.landkreis-eichstaett.de




Der 22.480 m² große Hofgarten der Eichstäter Sommerresidenz war ursprünglich ein repräsentativer Barockgarten, entworfen vom Fürstbischöflicher Baumeister Gabriel de Gabrieli, der auch maßgeblich das barocke Antlitz der Stadt mitgeprägt hat. Streng geometrisch gezogene kleinwüchsigen Baumalleen sowie sorgfältig gestutzte, teils ornamental angelegte niedere Hecken prägten die historische rechteckige Anlage, gekrönt von drei prächtigen Gartenpavillons.
Nach der Säkularisation gestalteten die Herzöge von Leuchtenberg den Hofgarten dem Geschmack der neuen Zeit entsprechend im Stil der Englischen Gärten um. Mit den Umbauarbeiten der Sommerresidenz zum Verwaltungssitz der Universität wurde der anschließende Gartenteil wieder als barocke Anlage angelegt. Heute hat der Hofgarten mit rund 180 Bäumen und Sträuchern in mehr als 50 Arten auch die Funktion eines botanischen Gartens (Arboretum).
Hofgarten der Eichstätter Sommerresidenz
Ostenstraße 24
85072 Eichstätt





Umarmt von der Altmühl, die hier eine spitzwinkelige Biegung macht, liegt auf dem dadurch entstandenen, gleichnamigen Geländerücken die Willibaldsburg. Benannt ist die mit 420 Metern zweitlängste Burganlage Bayerns nach dem ersten Bischof der Stadt, dem angelsächsischen Mönch Willibald. In ihrer imposanten Erscheinung und stadtbildbeherrschenden Position spiegelt sich die jahrhundertelange überragende Bedeutung der Bischöfe für die Stadt Eichstätt und die gesamte Region.
Bereits bevor 1355 der Grundstein für die heutige Schlossfestung gelegt wurde, befand sich an dieser Stelle eine erste Befestigungsanlage. Im Jahr urkundlich 1070 erwähnt, soll sie aus einem großen Steinhaus, einem Turm und einer Kapelle bestanden haben und durch Ringmauern und Gräben gesichert gewesen sein, diente aber noch nicht als Bischofssitz – dieser befand sich in der Stadt neben dem Dom. Da die Bischöfe jedoch ab 1305 selbst für die militärische Sicherung ihres Bistums verantwortlich waren, wurde eine besser zu verteidigende Anlage notwendig. Bischof Berthold von Zollern ließ deshalb den Vorgängerbau zur wehrhaften Burg ausbauen, die fortan fast 400 Jahre lang als bischöfliche Residenz diente. In dieser Zeit wurde die Burgveste immer wieder erweitert und verstärkt.
Die grundlegende Umgestaltung zum repräsentativen Renaissanceschloss nach italienischem Muster begann unter Bischof Johann Konrad von Gemmingen (reg. 1595-1612) nach Plänen des Augsburger Stadtbaumeisters Elias Holl. Etwa zur selben Zeit wurde auch der später weltberühmte botanische Garten Hortus Eystettensis auf dem Burgareal angelegt. Die zweitürmige Fassade des bis heute optisch dominierenden „Gemmingenbaus“ entstand allerdings erst unter Johann Konrads Nachfolger, Bischof Johann Christoph von Westerstetten (reg. 1612-1636). Sie hatte ursprünglich drei Stockwerke und Zwiebelhauben auf den Türmen, die jedoch im 19. Jahrhundert abgetragen wurden. Der Schlossneubau selbst wurde nie vollendet und später in Teilen wieder abgebrochen, doch selbst in dieser reduzierten Form gilt die Willibaldsburg als eines der wichtigsten Bauwerke der deutschen Renaissance.
1725 endete die Ära als Bischofssitz, dieser wurde zurück in die Stadt verlegt. Die Willibaldsburg beherbergte fortan einige Ämter und diente später als Spital sowie Gefängnis. Nach der Säkularisation ging die Anlage in Privatbesitz über, wurde ausgeräumt und teilweise eingeebnet. 1829 kaufte der Staat Bayern die Halbruine zurück und setzte sie notdürftig instand, anschließend nutzte man die riesige Anlage eine Zeit lang als Kaserne. Im Jahr 1900 wurde die Burg unter Denkmalschutz gestellt. Es folgten wechselnde kirchliche und profane Nutzungen, darunter 1944/45 als SS-Kaserne sowie von 1945 bis 1955 als Vertriebenenunterkunft.
Seit 1962 ist die Burg im Besitz der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, die die Anlage umfassend sanieren ließ. Heute beherbergt die Willibaldsburg drei hochrangige Sehenswürdigkeiten: das Jura-Museum mit dem berühmten Archaeoptery und weiteren Fossilien der Solnhofener Plattenkalke, das Museum für Ur- und Frühgeschichte mit bedeutenden archäologischen Funden und den Bastionsgarten, in dem seit 1998 der einst weltberühmte Renaissancegarten „Hortus Eystettensis“ fortlebt.
Willibaldsburg
Schloss- und Gartenverwaltung Ansbach
Burgstraße 19
85072 Eichstätt
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