die burgenstraße | Magazin Touren & Tipps 2022

1256 Zeit des Raubrittertums in Deutschland 1445 Johannes Gutenberg erfindet den Buchdruck 1347-51 „Der Schwarze Tod“: Pocken und Pest raffen ca. ein Drittel, in manchen Gegenden sogar die Hälfte der europäischen Bevölkerung dahin 1300 Entstehung der Manessischen Liederhandschrift 1284 Ratten– fänger von Hameln 1280 Erfindung der Brille 1184 Höhepunkt der ritterlichen Kultur mit den Idealen Zucht, Treue, christliche Barmherzigkeit und Minnedienst 1204 Europäische Fürstenhöfe bürgern die orientalische Sitte ein, einen Hofnarren zu beschäftigen 1210 Wolfram von Eschenbach – „Parzival“ In Deutschland kommen Familiennamen auf 1151 Mittelhochdeutsche Dichtung und Minnesang um 1200 Ausbau der Residenz in Prag 1246 Geburt Johannes Gutenbergs um 1387 Ende der Kreuzzüge 1291 Zusammenschluss der deutschen Kaufleute zur Hanse 1280 Sängerkrieg auf der Wartburg 1207 100-jähriger Krieg 1340-1453 Anstelle des Pergaments setzt sich in Europa Papier durch 1350 In Deutschland entwickelt sich die Geschützgießerei 1422 G O T I K die es zu dieser Zeit in den deutschsprachigen Ländern Mitteleuropas gab. An der Burgenstraße erinnern nicht nur eine Vielzahl dieser Wehr- und Wohnbauten an dieses häufig als finster bezeichnete Zeitalter. Auch in einigen Städten sind die Spuren des Mittelalters erhalten geblieben, ganz besonders in Orten wie Rothenburg ob der Tauber oder Seßlach, die bis heute von einer geschlossenen Stadtmauer umgeben sind. Der Zunftmarkt in Bad Wimpfen, die Reichsstadt-Festtage in Rothenburg ob der Tauber oder die Mittelaltermärkte auf Burg Rabenstein sind erste Adressen für alle, die Mittelalter hautnah erleben möchten. Das Museum auf der nie zerstörten Burg Guttenberg, das Erlebnis Cadolzburg unter dem Motto „HerrschaftsZeiten“, das Burgeninformationszentrum in Maroldsweisach und das Deutsche Burgenmuseum auf der Veste Heldburg zeichnen ein Bild von der Burg mit all ihren Funktionen und beleuchten die Lebensverhältnisse ihrer Bewohner, die oft genug vom Kampf gegen Kälte, Ungeziefer und Langeweile geprägt waren. Eine erfreuliche Abwechslung waren freilich die Minnesänger, die von Burg zu Burg reisten, um die Herzen der schönen Frauen zu betören. Zu den prominentesten ritterlichen Poeten des Hochmittelalters zählt Wolfram von Eschenbach, der aus dem nach ihm benannten Städtchen nahe Ansbach stammt. Von ihm sind etwa 40.000 Verszeilen erhalten, die seinen Ruhm bis heute fortwirken lassen. Aufbruch in eine neue Zeit it der Reformation des Martin Luther, der 1530 während des Augsburger Reichstags unter päpstlichem Bann stand und ein halbes Jahr auf der Veste Coburg lebte, endete endgültig das Mittelalter und die Renaissance läutete die Wende zur Neuzeit ein. Das mittelalterliche Welt- und Menschenbild wurde überwunden. Diese „Wiedergeburt“ brachte eine verstärkte Hinwendung zum Humanismus mit sich, in der Architektur darüber hinaus auch eine Wiederbelebung der klassischen Formen, die ursprünglich von den alten Griechen und Römern entwickelt worden waren. So wurden denn in jener „Zeit des Aufbruchs“ in den Städten viele bedeutende Bauwerke im neuen Stil umgestaltet. Ein Beispiel dafür ist das Heilbronner Rathaus, das 1417 als gotischer Bau errichtet worden war und Ende des 16. Jahrhunderts im Renaissance-Stil erweitert wurde. Seitdem schmückt die Fassade eine Kunstuhr, die damals als technisches Wunderwerk galt. Gleich Eine Burg wie aus dem Bilderbuch – Burg Steinsberg in Sinsheim Arbeits- und Wohnstätte des Reformators – das Lutherzimmer auf der Veste Coburg Beliebtes Fotomotiv – die astronomische Kunstuhr am Heilbronner Rathaus 5

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